Bauchaortenaneurysma

Das Bauchaortenaneurysma beschreibt eine umschriebene Erweiterung der Hauptschlagader im Bereich der Bauchhöhle und ist definiert durch einen Durchmesser von mindestens drei Znetimetern. Das Bauchaortenaneurysma ist vor allem bei Männern (Ein Mann von 20 Männern über 65 Jahren hat eines, ohne es zu wissen) anzutreffen und wächst meist im Verborgenen (durchschnittlich drei Millimeter pro Jahr). Sobald es einen Durchmesser von ca. 5,5 Zentimetern erreicht hat, steigt das Risiko, dass es platzt, deutlich an. Das primäre Behandlungsziel ist, das Platzen des Aortenaneurysmas, die sogenannte Aortenruptur, durch eine vorbeugende Operation zu verhindern. Der Einriss einer Hauptschlagader ist meist ein fatales Ereignis, das nur wenige Patienten überleben. Nur etwa die Hälfte erreicht das Krankenhaus noch lebend, und selbst dann ist die Wahrscheinlichkeit zu versterben, trotz Notfalleingriff, noch sehr hoch. Typische Symptome und Zeichen einer Aortenruptur sind ein plötzlicher Kollaps, ein plötzlicher Schmerz im Rücken, der in die Flanke oder seltener in den Bauch oder die Leiste ausstrahlen kann und der Blutungsschock. Ein ebenso wichtiges Behandlungsziel ist aber die Behandlung von Risikofaktoren. Die Diagnose eines Bauchaortenaneurysmas bedeutet nämlich für den Betroffenen ein deutlich erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall, das unabhängig von der Aneurysmagrösse ist. Solche Aneurysmen gelten deshalb als so genanntes kardiovaskuläres "Risikoäquivalent" zur Herzkranzgefässerkrankung. Darum ist jeder Patient unabhängig von der Aneurysmagrösse auf eine komplette medikamentöse Therapie seiner kardiovaskulären Risikofaktoren angewiesen.

 

 

Diagnostik


Das Rupturrisiko hängt primär vom Gefässdurchmesser ab, wird aber von weiteren Risikofaktoren verstärkt. Zu diesen gehören Rauchen, das weibliche Geschlecht, Bluthochdruck, Rupturen in der Verwandtschaft, bestimmte Lungenerkrankungen und eine exzentrische Kugelform des Aneurysmas. Bis heute werden die meisten Aneurysmen zufällig im Rahmen von anderen Untersuchung entdeckt, weil bisher keine flächendeckenden Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden. Für die Bestimmung des Operationszeitpunktes würde eine einfache Ultraschalluntersuchung reichen, da diese den Durchmesser gut bestimmen kann. Für die genaue Behandlungsplanung aber wird eine Computertomographie mit Kontrastmittel (CT-Angiographie) benötigt, welche die gesamte Brust- und Bauchschlagader und die Beckengefässe darstellt.